Lernprozess­begleitung

&

Lern­organisation

ein Kompetenzzentrum der KPH Graz

Erfahrungen aus dem Bereich der Einzelförderungen

Von 1999 bis 2014 wurden Lehrgänge zur Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche angeboten. Einzelförderungen im Rahmen der Lehrgänge erbrachten zufriedenstellende Ergebnisse in der ersten und zweiten Schulstufe; bei Beginn einer Förderung ab der dritten Schulstufe konnte in der Regel der Anschluss an den Klassenverband innerhalb eines Jahres nicht hergestellt werden.

Die Konzipierung der Lehrgänge ermöglichte eine enge Rückkopplung mit der Praxis. Die Rückmeldungen von engagierten, erfahrenen Lehrpersonen ermöglichte die Entwicklung von fundierten und erprobten didaktisch–methodischen Konzepten, aussagekräftigen Lernstanderhebungsinstrumenten (Gruppen- und Einzelscreenings), Materialien und Konsequenzen für die Lernorganisation.

Förderpädagogische Unterstützung im Schuleingangsbereich (FUS)

Von 2012 bis 2016 wurde in dem Projekt FUS (Förderpädagogische Unterstützung im Schuleingangsbereich) versucht, diese Expertise direkt in die Klassenzimmer zu bringen. Zehn KlassenlehrerInnen erhielten eine Unterstützung von zwei Stunden pro Woche durch speziell ausgebildete Kolleginnen für die Bereiche Schriftspracherwerb und Mathematik (über die gesamte erste und zweite Schulstufe hinweg). Hier konnten nur unter ganz bestimmten Bedingungen Verbesserungen erzielt werden. Dazu gibt es empirische Daten für den Zeitraum der Intervention und nachfolgende Erhebungen bis zum Ende der vierten Schulstufe.

Hochwertiger Klassenunterricht

Aufbauend auf die Erfahrungen wird seit Herbst 2015 das Fortbildungsformat “Didaktische Pakete” angeboten. Dafür wurde ein prozessorientierter Zugang gewählt, der sich auf die Anforderungen einer Schulstufe beschränkt. Thematisiert werden dabei fachliche Grundlagen, diagnostische Zugänge als auch lernorganisatorische Umsetzungen. Drei Ganztage finden in der ersten oder der letzten Ferienwoche statt; verteilt über das gesamte Schuljahr gibt es noch vier weitere Halbtage.

Unser mehr als 15-jähriger Lernprozess lässt sich als Ganzes mit dem theoretische Konzept des RTI–Konzepts (reponse to intervention) zusammenfassen. Viele Parallelen gibt es auch zum RIM (Rügener Inklusionsmodell) der Universität Rostock.